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Capella Tiberina - „Neapel im Glanz barocker Concerti“
Die Capella Tiberina aus Rom und Corina Marti, Blockflöte
mit Concerti von Francesco Mancini u.a. beim String-Time-Festival





      


 

Die CAPELLA TIBERINA aus Rom, ein Streicher-Ensemble auf historischen Streichinstrumenten, und die Basler Block-flötistin Corina Marti geben unter der Leitung von Alexandra Nigito am Samstag, dem 26. Februar 2011, um 19.00 Uhr in der katholischen Kirche St. Peter und Paul zu Weil am Rhein ein Konzert mit neapolitanischer Barockmusik für Streicher und Orgel.

Das Konzert unter dem Motto „Neapel im Glanz barocker Concerti“ widmet sich der Musik in Neapel um 1725 und ist speziell auf den Komponisten Francesco Mancini fokussiert.
 
Francesco Mancini (1672 - 1737) wurde in Neapel geboren und studierte 1688 Orgel am Conservatorio di S. Maria della Pietà dei Turchini. 1704 wurde er zum Ersten Organisten der Kaiserlichen Kapelle gewählt und 1708 zum Kapellmeister, aber nur für einige Monate, bis im Dezember Alessandro Scarlatti wieder seinen Posten einnahm. 1720 wurde er zum Direktor des Conservatorio di S. Maria di Loreto ernannt. 1725 bekam er die Stelle von Scarlatti, die er bis zu seinem Tod innehatte.

Im Konzert erklingen fünf Concerti für Flöte, Streicher und Basso continuo von Francesco Mancini aus einer Neapolitanischen Hand-schrift von 1725 mit insgesamt 24 Concerti (Mancini, Scarlatti, Barbella, Valentini, Sarri, Mele), außerdem kommen eine Toccata für Orgel von Alessandro Scarlatti und eine Sinfonia für Streicher und B.c. von Nicola Porpora aus op. 2 (1736) zu Gehör. Auch Nicola Porpora (1686 - 1768) war ein wichtiger Vertreter der Musikszene in Neapel. Er war hauptsächlich Opernkomponist und wurde als solcher in Italien und im Ausland berühmt. Er wirkte auch als bedeutender Lehrmeister und begründete eine wichtige Didaktik: bei ihm studierten u.a. die Kastraten Farinelli und Caffarelli. Seine Solfeggi wurden von Gene- rationen von Sängern verwendet und bildeten eine lange lebende Tradition der Musikpäda-gogik. Die ausgewählten Werke von Mancini zeigen den typischen neapolitanischen Stil mit reichen Harmonien, kantablen Melodien und hoher Virtuosität, gemischt mit strengem Kontrapunkt, der im zweiten oder dritten Satz in Form einer Fuge erscheint.

Das Ensemble Capella Tiberina aus Rom wurde 2010 von der Organistin, Cembalistin und Musikwissenschaftlerin Alexandra Nigito gegründet, um die Leidenschaft für die Alte Musik mit den Ansprüchen der musikwissen-schaftlichen Forschung zu verbinden. Die Capella Tiberina spielt auf historischen Instrumenten und widmet sich der italie-nischen Musik des Barock, vornehmlich der römischen und neapolitanischen, um sie ans Licht der Öffentlichkeit zu bringen und zu verbreiten. So wurde kürzlich die CD Bernardo Pasquini (1637-1710) - Cantatas for the Passion für das Label ‚Brilliant Classics’ aufgenommen mit der Sopranistin Sharon Rostorf-Zamir und dem Bassisten Furio Zanasi. Als nächstes sind die zwölf Concerti von Francesco Mancini mit der Blockflötistin Corina Marti für ‚Brilliant Classics’ geplant.

Corina Marti studierte zunächst Barock- und Renaissance-Flöten sowie Cembalo. Die Liebe zur Musik des Mittelalters und der frühen Renaissance führte sie an die Schola Cantorum Basiliensis, wo sie ihre Studien bei Pierre Hamon und Kathrin Bopp mit dem Diplom abschloss. Seit 2003 ist sie an der Schola Cantorum Basiliensis Dozentin für Flöten, seit 2007 für Tasteninstrumente des Mittelalters. Sie gibt regelmäßig Meisterkurse in Israel und Europa und ist neben Michal Gondko künstlerische Leiterin und Mitbe- gründerin von LA MORRA, Ensemble für spätmittelalterliche und Renaissance-Musik. 1999 erhielt sie den Friedl-Wald-Preis für ihre Studien über das Clavicytherium, das älteste heute bekannte Tasteninstrument. 2003 wurde Corina Marti in Polen mit dem E. und J. Kulski-Preis ausgezeichnet.

Sowohl solistisch wie in verschiedenen Ensembles konzertierte Corina Marti in ganz Europa, Israel, Zypern und anderen Ländern. Mit Jordi Savalls Hesperion XXI, wie auch mit LA MORRA, ist sie Gast bei wichtigen Festivals für Alte Musik, so u.a. beim Festival van Vlaanderen (Belgien).

Diverse CD-Einspielungen: LE JARDIN DE PLAISANCE mit Liedern des späten 15. Jahrhunderts aus Französischen Hand-schriften, FLOUR DE BEAULTÉ, eine Ein-spielung spätmittel-alterlicher Lieder aus Zypern, VON EDLER ART mit Musik für Tasten- und gezupfte Saiteninstrumente des 15. und frühen 16. Jahrhunderts.

Alexandra Nigito erlangte die Konzertdiplome für Orgel und Cembalo. Sie studierte zuerst an der Civica Scuola di Musica in Mailand bei Lorenzo Ghielmi und Laura Alvini, danach an der Schola Cantorum Basiliensis bei Jean- Claude Zehnder, Andrea Marcon, Jörg-Andreas Bötticher, Jesper Christensen und Rudolf Lutz. Nebenbei studierte sie Gesang. An der Universität Cremona schloss sie ihr Studium der Musikwissenschaft ab und promovierte danach an der Universität Zürich. Sie übt eine internationale Konzerttätigkeit aus, ist Kirchenmusikerin und widmet sich der Forschung.

Als Mitglied des Schweizer Instituts in Rom erhielt sie ein Stipendium des Schweizer Nationalfonds für ihre Promotion. 2008-2010 Postdoc-Tätigkeit an den Universitäten Bern und Mainz. Radio DRS 2-Aufnahmen, CDs.

Das Konzert findet im Rahmen des String-Time-Festivals statt, das vom Städtischen Kulturamt Weil am Rhein veranstaltet wird, in Zusammenarbeit mit der katholischen Pfarrgemeinde St. Peter und Paul Weil am Rhein und mit Unterstützung der Sparkasse Markgräflerland.

Der Eintritt zum Konzert ist frei. Am Ausgang wird um einen angemessenen Beitrag an die Kollekte gebeten.

www.orgelkonzerteweil.de
 

 

     
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